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Du schaffst mehr, als du glaubst.

Wenn man in meiner Situation ist, dann bedeutet das vor allem eines: Selbstaufgabe.

Man muss bereit sein, sich aufzugeben.

Man verliert sich selbst nach und nach.

Ich kenne meine Ziele, ich weiß, wo ich hin will. Und ich weiß was ich tun muss, um meine Ziele zu erreichen.  

Nur wie ich alles schaffen soll, das weiß ich oftmals nicht. 

 

Dabei ist es keineswegs so, dass ich utopische Träume habe. 

Ich wäre nur froh, wenn ich manchmal nur eine "Baustelle" gleichzeitig hätte.

Da ist nicht nur das AMI und das wieder-hören-lernen, die viel Zeit in Anspruch nehmen. 

Gleichzeitig habe ich nach fast zweieinhalb Jahren auch meine Ausbildungsstelle gefunden, für die ich alles tun würde und die ich unter keinen Umständen wieder verlieren will.

Ich muss in der Berufsschule so gut wie eben möglich sein, damit ich nicht die Schule wechseln muss.

Und mein Privatleben gibt es da eigentlich auch noch..

Natürlich bin ich bemüht, jeden Tag Prioritäten zu setzen. 

Aber meistens ist einfach alles wichtig, meistens muss ich alles gleichzeitig bewältigen. 

 

Und für einen "Weg" entscheiden kann ich mich erst recht nicht. 

Wenn ich mich auf mein Hören konzentriere - dann kann ich vielleicht irgendwann wieder hören.

Und abgesehen davon hab ich nichts. Keine Ausbildung, keine Arbeit. 

Und in Rente gehen will ich schließlich auch nicht, kann ich mir gar nicht leisten..

 

Wenn ich mich auf meine Ausbildung konzentriere - tja, dann kann ich mir das vielleicht-wieder-hören-können komplett abschminken. 

Ich muss also immer weiter machen, immer mein Bestes geben, mich immer irgendwie durchschlagen.

 

Klar - alle anderen Menschen müssen ihr Leben auch auf die Reihe bekommen und die übrigen AMI-Patienten müssen dies ja auch.

Und wenn sie dabei zwischen AMI und Arbeit, zwischen Hannover und ihrem Zuhause stehen - am Ende ist jeder selbst für sein Seelenheil verantwortlich. 

Letztlich hat jeder selbst entschieden. 

 

Vielleicht ist es "unmenschlich" was ich und wir oft leisten müssen.

Und ich lande garantiert irgendwann auch noch in der Klapse..

Aber bis dahin habe ich gar keine Wahl.

 

Ich wünsche mir einfach manchmal nur, dass die letzten 13 Jahre nicht geschehen wären, dass alles noch wie früher wäre und mein Leben noch normal..

 

"And you give yourself way.."